Am Sonntag, 31. Mai 2026, stand Baden ganz im Zeichen eines geschichtsträchtigen Jubiläums: 500 Jahre Badener Disputation. Was 1526 als theologisches Streitgespräch in der Reformationszeit begann, wurde fünf Jahrhunderte später als Zeichen des Dialogs, der Verständigung und des friedlichen Miteinanders neu aufgegriffen.
Entsprechend hochkarätig war der Anlass besetzt. Neben Bundespräsident Guy Parmelin nahmen zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft teil, darunter Regierungsmitglieder aus verschiedenen Kantonen, Bischof Felix Gmür, Rita Famos, Präsidentin der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz, sowie weitere Gäste aus unterschiedlichen Konfessionen und Vereinen. Eine Einladung ging auch an die Sektion Argovia, welche den Anlass kameradschaftlich weitertrug und weitere Sektionen zur Teilnahme motivierte. So waren neben der organisierenden Sektion Argovia auch Kameraden aus Basel und der Svizzera Italiana präsent und gaben dem Festakt gemeinsam einen würdigen Rahmen.
Die Sektion Basel war durch Präsident Romano Pelosi mit ihrer Fahne vertreten. Mit dabei waren mit der Argovia-Fahne Claude Denier, Jonathan Stempfel, Armiere der Sektion Aargau, David Seiler, Michael Wetzel, sowie Giona Stanga und Jonathan Binaghi. Letztere beide Kameraden aus der Sektion Svizzera Italiana unterstützten zugleich das Pikett, während Kamerad Binaghi unseren Auftritt vor Ort koordinierte und bei den sommerlichen Temperaturen stets dafür sorgte, dass Wasser bereitstand. Gerade diese sektionenübergreifende Zusammenarbeit zeigte auf schöne Weise, was unsere Vereinigung ausmacht: Man hilft einander unkompliziert, tritt gemeinsam auf und nimmt hierfür lange Distanzen in Kauf und trägt die Tradition der Garde kameradschaftlich weiter.
Nach der Instruktion in der katholischen Stadtkirche Baden durch Jonathan Stempfel führte der Festumzug durch die Stadt. Anschliessend folgte der ökumenische Gottesdienst mit Bischof Felix Gmür und Rita Famos. Die Feier machte spürbar, dass dieses Jubiläum nicht nur ein Blick zurück war, sondern auch eine Einladung, den konfessionellen Dialog in der Gegenwart weiterzuführen. In den anschliessenden Ansprachen wurde die Bedeutung der Badener Disputation für die Schweiz eindrücklich aufgegriffen. Bundespräsident Guy Parmelin spannte den Bogen von den konfessionellen Spannungen der Reformationszeit bis zur heutigen Aufgabe, Gegensätze auszuhalten, den Dialog zu pflegen und aus Vielfalt Stärke zu gewinnen.
Besonders aufmerksam hörten wir hin, als Parmelin auch das kommende 500-Jahr-Jubiläum des Sacco di Roma erwähnte und auf seine kürzliche Begegnung mit Papst Leo XIV. zurückblickte. Dass der Bundespräsident kurz zuvor selbst an der Vereidigung der neuen Gardisten in Rom teilgenommen hatte, verlieh seinen Worten für uns eine besondere Nähe. Es zeigte sich einmal mehr, dass die Schweizergarde nicht nur Teil der Geschichte ist, sondern bis heute ein lebendiges Zeichen der Verbindung zwischen der Schweiz und dem Heiligen Stuhl bleibt.
Den Abschluss bildete ein Apéro riche auf dem Kirchplatz. Dort ergaben sich viele gute Gespräche mit Teilnehmenden aus Kirche, Politik und Öffentlichkeit. Für uns war die Teilnahme mehr als ein repräsentativer Auftritt. Gerade bei einem Anlass, der den Dialog zwischen Konfessionen, Kirche, Staat und Gesellschaft in den Mittelpunkt stellte, konnten wir zeigen, wofür die Gemeinschaft der ehemaligen Gardisten steht: Treue zur Tradition, Verbundenheit mit der Kirche und gelebte Kameradschaft über die Sektionsgrenzen hinweg.
Von Romano Pelosi
ACRITER ET FIDELITER - SEMPER
Vereinigung Ehemaliger Päpstlicher Schweizergardisten
Sektion Region Basel
E-Mail: [email protected]
